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Spruch des Tages: Eile mit Weile
Ein Fuhrmann saß auf einem beladenen Wagen und fuhr
über die Maßen schnell der Stadt zu. "Komm ich wohl
noch vor Abend in die Stadt?", fragte er einen Reisenden,
an dem er vorüber sauste. "Gewiss", sagte der Reisende,
"aber Ihr müsst langsam fahren." Der Fuhrmann dachte:
"Der Mensch ist nicht recht gescheit!", peitschte auf
seine Pferde los und fuhr noch schneller auf der holprigen
Straße, so dass Rosse und Räder rauchten. Plötzlich
aber brach ihm ein Rad, der Wagen stürzte um und Kisten
und Fässer lagen auf der Straße. Der Reisende holte
den Fuhrmann ein und sprach: "Sehr Ihr nun, dass ich
recht hatte? Ich komme zu Fuß gewiss in die Stadt. Ihr
aber müsst nun mit Euren vier Pferden draußen bleiben.
Merkt Euch ein für allemal: 'Eile mit Weile! Wer langsam
fährt, kommt auch zum Ziel."
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Weisheit des Tages:
Das beißende Gleichnis von Friedrich Nicolai
Auf die Amtsstube zu Leipzig kam ein Bauer des Morgens,
um seine Steuer zu bezahlen. Weil es noch frühe war,
so war, außer einigen Schreibern, noch niemand von den
Einnehmern da. Wie nun der Bauer auf dem Vorsaale mit
starken Schritten auf und nieder ging, kam einer von
den Schreibern heraus und sagte: »Guter Freund, Ihr
habt noch lange Zeit, die Herren werden so bald nicht
kommen. Setzt Euch derweil!« Der Bauer, welcher wohl
sah, daß man ihn zum besten haben wollte, weil weder
Stuhl noch Bank in dem Saale war, antwortete: »Hm. Hier
gemahnt mich's eben wie zu Hause in meiner Scheune.
Da sind auch keine Stühle und Bänke, aber desto mehr
Ferkel!«
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